Ingwer


Man denkt schon an den Frühling, wartet sehnsüchtig auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, aber meist ist es um diese Jahreszeit noch recht frostig kalt.

Da wärmt man sich eben mit einem Gewürz – einem echten Scharfmacher – dem Ingwer!

Ingwer, botanisch Zingiber Officinale, ist schon sehr lange in alten China und Indien bekannt und beliebt. Es war eines der ersten Gewürze, das aus dem asiatischen Raum ins Mittelmeergebiet gelangte. Wahrscheinliche von den Phöniziern über Land- und Seewege importiert. Auch bei den Römern war der Ingwer bereits in den Handelslisten geführt. Schon im 9. Jh. N. Chr. erreicht Ingwer Deutschland, und schon im 12. Jh. wird Ingwer in den Arzneibüchern im deutschsprachigen Raum geführt.

Ingwer ist eine tropische, ungefähr 1 m hohe Pflanze, mit dicken fleischigen Wurzelrhizomen und schilfartigen Blättern. Aus dem Schopf treiben gestielte gelbe Blüten, die am Rand ins Violette übergehen. Das Wurzelrhizom ist für die Vermehrung zuständig und auch der wesentliche Pflanzenteil als Würze oder Heilmittel.

Ingwer stammt ursprünglich aus Indien, wird aber heute in allen Teilen der Welt angebaut, wo tropisches Klima herrscht. Wärme, Wasser und ausreichend Nährstoffe garantiert, kann so ein Stück Wurzelrhizom durchaus auch im heimischen Wintergarten zur attraktiven Zimmerpflanze heranwachsen.

Zur Familie der Ingwergewächse zählt unter anderen auch der Galgant, der Kardamom und Kurkuma.

Im Ingwer findet sich ein komplexes Gemisch von hochwirksamen chemischen Stoffen. Allen voran die ätherischen Öle. Terpene wie Gingerol und Zingiberen sind für die verdauungsfördernden Eigenschaften verantwortlich. Bei regelmäßiger Anwendung hat er Einfluss auf die Bildung von schädlichem Cholesterin und auf die Fließfähigkeit des Blutes. Ingwer ist entzündungshemmend, dies können sich Erkältungsgeplagte und Rheumatiker zu Nutze machen. Als Mittel gegen Reisekrankheit und gegen Übelkeit auch bei Chemotherapie hat es sich als sehr wirksam erwiesen. Sogar antivirale Wirkung wird ihm zugeschrieben.

In China ist Ingwer eine berühmte Frühlingsmedizin, die Frühlingsgefühle weckt.

In der ayurwedischen Medizin aus Indien ist Ingwer fast eine Universalmedizin, ihm werden zahlreiche heilende, wohltuende Eigenschaften zugeschrieben. Ingwer gilt als heiße Pflanze, die die Verdauung unterstützt, das Gemüt erwärmt und ein lebendiges Sexualleben gegünstigt.

Gerade in alten Seefahrernationen wie England und Skandinavien aber auch in Portugal und Spanien ist Ingwer aus der Küche nicht wegzudenken. Gingerale, Gingerbread, Ingwerbier sind typische Speisen und Getränke.

Ingwer schmeckt zitronig frisch, ist mitunter brennend scharf und hat eine leichte Süße.

Er kann frisch oder getrocknet und vermahlen Speisen und Getränken zugegeben werden. Je länger er mitgekocht wird, umso schärfer wird sein Geschmack. Wird er aber leicht gebraten, so intensiviert sich sein Aroma und die Schärfe lässt nach.

Unerlässlich ist Ingwer natürlich für die chinesische und indische Küche, aber auch im Schweinebraten machen sich ein paar Scheibchen recht gut.

Frisch, getrocknet, kandiert oder eingelegt – Ingwer ist immer ein frischer, gesunder Genuss.

Probieren Sie doch mal als Kältekiller einen aromatischen Tee mit Ingwer und Orange. Kochen Sie 1 l Wasser und gießen Sie es über ca. 1 cm frisch geschnittenen Ingwer. Lassen Sie den Tee ungefähr 10 Minuten ziehen und geben Sie danach noch den Saft einer Orange und nach Geschmack etwas Honig zu. Es wird Ihnen ganz sicher warm um Herz und Magen!